Historischer Rundgang Station 7


Mühle

Nahe dem Zusammenfluss von Pfinz und Kämpfelbach liegt die Singener Mühle, der älteste Gewerbebetrieb in Singen und in ganz Remchingen. Schon im Jahr 791 wird die Singener Mühle erwähnt; wie lange sie davor schon existiert hat, ist unbekannt. Die Mühle wurde damals von einem gewissen Winstalt und seiner Frau Willestrut zusammen mit verschiedenen anderen Gütern an das Kloster Lorsch überschrieben.

Die Mühle wird dann erst wieder in einem Erblehensbrief des Geschlechts derer von Remchingen an einen Jacob Müller erwähnt. Im Jahr 1579 wird der Mühlenbetrieb an Daniel Großmüller vergeben, dessen Nachkommen auch noch nach dem 30-jährigen Krieg in Singen ansässig waren.

Erst ab dem Jahr 1696, in welchem die Mühle in den Besitz der Familie Armbruster gelangte, gibt es eine lückenlose Dokumentation. Fast 100 Jahre, bis 1790, war sie in deren Besitz. Bedeutend ist dabei auch das Jahr 1715. In diesem Jahr wurde die baufällige Mühle von Christof Armbruster - der zugleich Bürgermeister war - abgerissen und neu aufgebaut. An diese Baumaßnahme erinnert noch heute ein Gedenkstein über dem Mühleneingang. 1790 ging die Mühle dann auf Johann Wilser aus Münzesheim über, der sie für 11.000 Gulden erwarb. Im 18. Jahrhundert war die Mühle auch Lieferant der Hofbäckerei zu Durlach.

Seit nunmehr 181 Jahren, seit 1838, wird die Mühle schließlich von der Familie Köber betrieben, inzwischen von Axel Köber in sechster Generation. Karl Köber - in erster Generation - konnte nur mit Wasserkraft mahlen. Fünf Gänge, für jeden Gang ein Wasserrad, standen ihm zur Verfügung. Auch waren der Getreidemühle eine Ölmühle und eine Hanfreibe angegliedert. 1920 wurde ein neues Wasserrad in Betrieb genommen, eine Lanz-Dampfmaschine eingebaut und die Mühle - als erster Betrieb in Singen - an das Stromnetz angeschlossen. Bäckereien von Pforzheim bis Karlsruhe wurden mit einem Pferdefuhrwerk beliefert und da es zu dieser Zeit noch keine motorisierten Holzsägen gab, war der Mühle auch noch eine Holzsäge angegliedert.

Im Jahr 1967 übernahm Karl Dieter Köber mit 30 Jahren und in fünfter Generation den väterlichen Betrieb. In jenem Jahr stand mit einem Getreidesilo und einer Getreidetrocknungsanlage mit 300 Tonnen Fassungsvermögen wieder eine umfangreiche Investition an. Seit 1969 ist die Mühle vollautomatisiert; im Jahr 1981 wurde das Mühleninnere umgebaut und auf Ventilabfüllung umgestellt. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde die Mühle immer wieder erweitert und technisch aufgerüstet.