Zeitreise durch 1250 Jahre Dorfgeschichte auf die Straßen gebracht

Ein kräftiges Gotteslob für 1250 Jahre leben und arbeiten, lachen und weinen, Freude, Schicksal und Gemeinschaft teilen in Singen schickten am Sonntagmorgen die Besucher des ökumenischen Festgottesdienstes in der Kulturhalle begleitet von den vereinten Posaunenchören gen Himmel. „Mitten hinein in diese Geschichte legt Gott seine bunten Farben – er hat uns nach Singen hineingestellt, dass wir dort wirken, unsere Talente und Gaben einbringen“, ermutigte der evangelische Pfarrer Rudolf Kaltenbach zusammen mit der katholischen Gemeindereferentin Ivonne Lichtwald.

Und gerade diese Talente und Gaben brachte er mit den Singenern wenige Stunden später beim historischen Jubiläumszug mitten auf die Straßen: Während der CVJM schillernde Riesenseifenblasen mit sich wehte, zeigte die Turnjugend mutige Kunststücke am rollenden Barren und das Triathlon-Team schwang sich auf die hölzernen Sattel historischer Fahrradmodelle. Die Köber-Mühle spielte Max und Moritz und verteilte frische Brötchen, während die Gemeindeverwaltung Bier ausschenkte.

Beim Festumzug war der halbe Ort auf den Füßen, putzte historische Gewänder oder altes Werkzeug heraus und begab sich mit Zuschauern aus der ganzen Umgebung auf eine Zeitreise ins Dorfleben anno dazumal. Selbst der wolkenverhangene Himmel spielte mit und setzte zumindest den Regen aus. Rund 1000 aktive Teilnehmer, allen voran von Singener und Remchinger Vereinen sowie einigen privaten Gruppen bahnten sich den Weg durch die gespannten Zuschauer. Dem Schütz von Singen (Herbert Milich) und den Bären folgten wie schon vor 50 Jahren Mädchen mit den Jubiläumszahlen.

Ins Römer- oder Ritterkostüm warfen sich die Kindergärten und Schulen, im Retrotrikot glänzten derweil die Fußballer. Das DRK packte seine ältesten Aktiven in den neuen Mannschaftswagen, während sich der VdK an Krücken und Rollatoren durch die Gassen schleppte. Mitten aus dem vollbesetzten Gespann trällerte der Gesangsverein, während die Freiwillige Feuerwehr ihren alten Nachkriegs-Löschleiterwagen reaktivierte, mit Traktor statt Pferd, dafür in historischer Uniform samt Goldhelmen. Krankenpflege damals und heute stellte die Diakoniestation zur Schau.

Während die Landwirtsfamilie Bercher mit Riesenkuh und Erntekrone an die „gute alte Zeit mit ihrer harten Handarbeit“ erinnerte, setzten sich die Berufskollegen auf den Kartoffelroder und die Marktfrauen stellten ebenso wie die Baumschule Bräuninger und Siegfried Ade prächtiges Obst, Gemüse und Blumen zur Schau. Anstatt dem sonst dreifachdonnernden „Helau!“ des umzugserprobten Remchinger Ortsteils forderten die 37 Gruppen um Umzugsleiter Jens Roser immer wieder fröhlich strahlend: „Jubel!“ Daran mussten sich die Narren erstmal gewöhnen – aber sie zeigten fernab ihrer außerhalb der Kampagne streng im Schrank verwahrten Faschingskostüme jede Menge Einfallsreichtum.

So auch die Schützen, die Seifenblasen gen Himmel schossen. Neben den Wilferdinger Waschweibern und der Belrem-Gilde mit lautstarker Grausamer Barbara war sogar eine Gruppe aus der sizilianischen Partnergemeinde San Biagio Platani mit von der Partie. Vor dem Schlusswagen des DRK bahnte sich Frank Giesinger mit der wieder aktivierten fahrbaren Bandsäge seines Opas und Vaters den Weg durch die Straßen und sorgte für den finalen Hingucker. Der gesellige Abschluss zog die Singener und ihre Freunde aus der ganzen Gemeinde und Umgebung in die Kulturhalle.

jza

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Foto: Zachmann

1250 Jahre Singen

Eine von vielen Freiwilligen getragene 

von der Gemeinde Remchingen unterstützte

und von vielen Spendern geförderte

Initiative zur 1250 Jahr Feier.


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